Martina Buchli von Berner Gesundheit im Interview

29.08.2025

OdA-Kursangebot "Gefährdung von Lernenden erkennen und handeln"

Zu diesem Thema bieten wir im Lehrjahr 2025/26 ein neues Kursangebot an. Martina Buchli, Fachmitarbeiterin Prävention bei Berner Gesundheit, hat gemeinsam mit anderen Fachstellenvertretenden die Kursleitung. Wir haben ihr drei Fragen gestellt.

Kindesschutz – Berner Gesundheit – MBA- CM BB. Wie kommt es zu dieser Zusammenarbeit für den neuen Kurs und warum jetzt?

M.B.: Die Idee für diese Schulung kam aufgrund von Erzählungen der Teilnehmenden in den Schulungen, welche ich zu Früherkennung durchgeführt habe. Es zeigte sich, dass die Berufsbildenden und Berufsbildungsverantwortlichen immer wieder mit komplexen Herausforderungen der Lernenden konfrontiert sind. Häufig ist es in diesen Beispielen nicht das Verhalten der Lernenden. Sondern die Bezugspersonen berichten von Problemen und Herausforderungen in den Familien der Lernenden. Finanzielle Probleme, grosse Verantwortungsübernahme für Geschwister, Fluchterfahrungen, Gewalt, Erkrankungen.

Die Kooperation entstand, da alle diese Fachpersonen Wissen und Unterstützung einbringen können, welche die Rolle der Berufsbildenden und Berufsbildungsverantwortlichen schärfen und entlasten soll.

Was erwartet die Teilnehmenden?

M.B.: Viel Fach- und Erfahrungswissen. Durch dieses Wissen und Antworten auf ihre Fragen sollen sie vor allem entlastet werden. Es soll sich klären, wie weit ihre Rolle und ihre Möglichkeiten reichen. Wer sie unterstützen kann. Und vor allem auch, dass ihre Beziehung und die Bedingungen am Arbeitsplatz eine so wichtige Stütze sind, auch wenn sie die Probleme nicht lösen können. Der Tag soll Raum geben für die Fragestellungen und auch Sorgen der Teilnehmenden.

Erinnern Sie sich an 1-2 Beispiele wirkungsvollen Handelns und Begleitens von Berufsbildenden?

M.B.: Ich erinnere mich an unzählige Beispiele von sehr engagierten Berufsbildenden. Die mit hohem Engagement und viel Herz versuchen ihre Lernenden zu unterstützen. Besonders eine Berufsbildende, deren Lernende sehr schwierige Familienverhältnisse hatte und die Lernende die Hilfe nicht annehmen wollte oder konnte. Dies auszuhalten ist unglaublich anspruchsvoll. Die Gruppe an der Schulung hat die Berufsbildende jedoch darin bestärkt, dass ihre Beziehung, die Konstanz am Arbeitsplatz ein regelrechter Schutzraum für die Lernende ist.

Bild: Berner Gesundheit / Adrian Moser